Interview mit Herr Moor
Warum haben Sie den Beruf Lehrer gewählt?
Ich wollte etwas mit Menschen zu tun haben.Doch mit Erwachsenen wollte ich nicht arbeiten, weil Erwachsene nicht so ehrlich sind, und bei einem Streit vergessen sie das Geschehene nicht so schnell wieder wie zum Beispiel Jugendliche.
Gefällt Ihnen Ihr Beruf?
Ja, sehr! Sonst hätte ich meinen Beruf gewechselt.
Warum?
Weil die Jugendlichen im interessantesten Alter sind, und man hat als Lehrer einen anderen Bezug zu den Jugendlichen als die Eltern.
Was gefällt Ihnen nicht so gut?
Den Wechsel, wenn man eine Klasse drei Jahre begleitet und dann nach den Sommerferien eine neue erste Klasse übernimmt. Dann fängt man wieder von 0 an. Doch ich denke ein viertes Jahr zusammen wäre nicht mehr das Gleiche, weil man sich dann zu gut kennt.
Würden Sie, wenn Sie noch einmal neu wählen könnten, wieder Lehrer werden?
Ja, ich denke schon. Das Arbeiten mit jungen Menschen macht mir Spass.
Wie war für Sie der Berufsweg?
Ich musste die Matur machen und ging später dann zur Uni. Heute muss ein Lehrer die Pädagogische Hochschule besuchen. Ich studierte Oberstufenlehrer, was ich im Gegensatz zu anderen Studien, recht locker fand.
Warum wollten Sie Sek-A Lehrer werden?
Bei Privatschulen ist kein Unterschied zwischen A und B ausser dem Leistungsdruck. In den öffentlichen Schulen gibt es noch viele, die eine andere Sprache als Muttersprache haben und darum nicht recht Deutsch sprechen können. Ich wollte nicht sehen, wie sich ein netter, junger Mensch aufgibt, weil er im B oder C ist.
Sie waren zuerst auf einer öffentlichen Schule, warum wechselten Sie?
Ich arbeitete 25 Jahre mit dem gleichen Parallellehrer, und wollte auch einmal mit jemand anderem arbeiten. Ich wollte wechseln, doch niemand aus dem Lehrerteam wollte ebenfalls wechseln. Ich kannte Herrn Scheuermeier damals schon, und wechselte dann die Schule.
Wie lange arbeiten Sie schon als Lehrer? Was hat sich in all den Jahren verändert?
Arbeiten tu ich seit 31 Jahren als Lehrer. Man hat mehr Ansprüche und ist ehrgeizige geworden. Als Lehrer arbeitet man weniger nur für sich. Man hat mehr Sitzungen und Gespräche.
Wollten Sie den Beruf schon einmal wechseln?
Ich wollte erst einmal zehn Jahre arbeiten als Lehrer, und dann etwas Neues machen. Ich arbeitete im Flughafen, bei der Bank und bei einer Krankenkasse. Doch dort hatte man immer mit den gleichen Menschen zu tun. Und ich wollte auch neue Gesichter sehn. Ich finde darum den Lehrerberuf gut, weil man immer wieder neue Menschen kennen lernt.